Tokio Tag 9: Johannes Vetter und Marie-Laurence Jungfleisch auf Platz 9 und 10
  07.08.2021 •     WLV , Top-News WLV , Wettkampf , BLV , Top-News BLV , BW-Leichtathletik , Top-News BW-Leichtathletik , Wettkampfsport , Leistungssport


Am letzten Tag der Leichtathletikwettbewerbe im Olympiastadion in Tokio standen zwei Baden-Württemberger im Finale. Marie-Laurence Jungfleisch holte sich im Hochsprung mit 1,93 Meter einen respektablen zehnten Platz während der als Favorit nach Tokio gereiste Speerwerfer Johannes Vetter mit der weichen Anlaufbahn nicht zurecht kam und enttäuscht mit 82,52 Metern als Neunter endete.

Der große Favorit Johannes Vetter (LG Offenburg), der nach seinen dominanten Auftritten mit regelmäßigen 90-Meter-Würfen als größte deutsche Gold-Hoffnung galt, stand in Tokio mit leeren Händen da: Bereits nach den ersten drei Würfen war der Wettkampf für den 28-Jährigen beendet. Lediglich mit einer gültigen Weite konnte sich der Offenburger in die Ergebnislisten eintragen, am Ende standen 82,52 Meter. Im Endergebnis rangierte er damit auf Platz neun.

Wie bereits in der Qualifikation hatte Johannes Vetter, der mit 19 Siegen und als Weltjahresbester nach Japan gereist war, mit der weichen Anlaufbahn zu kämpfen. So rutschte er beim zweiten Versuch von der Bahn ab und hatte Glück, sich dabei nicht zu verletzen. Auch im dritten Anlauf stand für ihn ein X zu Buche. Noch kurz vor dem Finale hatten die Organisatoren versucht, die Anlaufbahn mit Eis herunterzukühlen.

Die fehlende Top-Leistung von Johannes Vetter konnte Neeraj Chopra aus Indien nutzen. Der Vierte der Weltjahresbestenliste ließ sein Arbeitsgerät bis auf 87,58 Meter fliegen und holte sich damit die Goldmedaille. Auch sein zweitbester Versuch von 87,03 Metern hätte bereits für den Sieg gereicht. Neeraj Chopra schrieb mit seinem Triumph zudem Geschichte: Er gewann die erste Leichtathletik-Goldmedaille für Indien bei Olympischen Spielen überhaupt.

Dahinter komplettierte ein erfahrenes tschechisches Duo das Podium, das Julian Weber vom USC Mainz in einem spannenden Wettbewerb noch knapp auf den vierten Platz verwies: Jakub Vadlejch gewann mit 86,67 Metern Silber, Vitezslav Vesely mit 85,44 Metern Bronze.

STIMMEN ZUM WETTBEWERB:

Johannes Vetter (LG Offenburg)
Es tut mir leid für alle, die mir daheim die Daumen gedrückt haben. Da muss ich nicht viel zu sagen, der zweite Versuch, das tut schon beim Hinschauen weh – selbst mir. Wir sehen hier Weltrekorde auf diesem Boden und für Leute wie mich, die dort härter hinstemmen, für die ist der Boden nicht gemacht, die rutschen weg. Das versaut die Leistung. Ich habe alles gegeben, wir haben die letzten Tage echt gefightet, auch mental gearbeitet, um auch dieses Rutschen zu kompensieren. In der Qualifikation hatte ich zumindest einen Versuch, der mir günstig ausgerutscht ist. Ich bin halt einer, wenn ich über 90 Meter werfen will, der ein starkes Stemmbein braucht. Da muss man die Ferse richtig hinsetzen, damit die Würfe weit gehen. Ich kann das System nicht einfach so schnell von der Qualifikation bis zum Finale umlernen.

Marie-Laurence Jungfleisch holt Platz 10

Marie-Laurence Jungfleisch (VfB Stuttgart) konnte nicht ganz an die vielversprechenden Sprünge aus der Qualifikation anknüpfen, wo sie mit großem Q und 1,95 Meter überzeugt hatten. In der Folge der Höhen im Finale meisterte sie 1,93 Meter im zweiten Versuch, 1,96 Meter waren dann bereits zu hoch. Dennoch war es ein weiteres Ausrufungszeichen, dass sie nach ihrer Achillessehnen-Verletzung wieder auf dem Weg zur Topform ist. In Tokio blieb sie zweimal über ihrer vorherigen Saison-Bestmarke von 1,90 Metern und wurde Zehnte.

Die Goldmedaille holte sich die aufgrund der Suspendierung des russischen Verbandes unter neutraler Flagge startende Mariya Lasitskene, die ein weiteres Mal dem Angriff ihrer jungen Herausforderinnen standgehalten hat. Die Russin holte sich mit übersprungenen 2,04 Metern nach insgesamt acht internationalen Titeln endlich auch den Sieg bei den Olympischen Spielen. 

STIMME ZUM WETTBEWERB

Marie-Laurence Jungfleisch (VfB Stuttgart)
Ich bin nicht ganz so zufrieden, wie ich erhofft hatte. 1,93 Meter und der zehnte Platz – ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft, vor allem weil die Quali so gut lief. Ich kann noch gar nicht so wirklich sagen, was heute anders war, da muss ich mich mit meinem Trainer Tamas [Kiss] besprechen. Ich bin mit ganz viel Motivation und Selbstbewusstsein ins Finale gekommen, aber es lief anders als gedacht. Das Erlebnis im Stadion war voll schön, auch wenn keine Zuschauer da waren, waren es für mich die Olympischen Spiele. Das machte für mich gar nicht so einen großen Unterschied. Es war dennoch ein wunderschönes und tolles Erlebnis.

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