U16-Vergleichskämpfe

Im U16-Bereich werden trotz gemeinsamer Fördermaßnahmen zwei getrennte Vergleichskämpfe ausgetragen. Zum einen, um mehr Athlet/innen eine Einsatzmöglichkeit in einem Verbandsteam zu geben. Zum anderen, um im näheren Umfeld adäquate Vergleichspartner finden zu können.

Die badische U16 trägt jährlich am Ende der Hallensaison einen Vergleich mit den Verbänden aus dem Saarland, der Pfalz, aus Rheinhessen und den französischen Partnerregionen Alsace und Moselle aus.
Nächster Termin: derzeit ausgesetzt

Die württembergische Auswahl trifft nach den Sommerferien beim U16-Vergleichskampf auf die Teams aus Bayern und Hessen.
Nächster Termin: 2021 in Bayern

Nominiert werden in der Regel die besten zwei Athlet/innen der jeweiligen Disziplin über beide U16-Jahrgangsklassen, so wie sie sich zum Nominierungszeitpunkt aus den Bestenlisten ergeben.

 

2019: Denkwürdiger Vergleichskampf in Gomaringen

 Denkbar knapp hat das U16-Team des WLV beim Vergleichskampf in Gomaringen den kürzeren gegenüber dem hessischen Team gezogen. Fünf Punkte fehlten am Ende des toll organisieren und hochklassigen Wettkampfes, um nach sechs Jahren endlich die Serie zu durchbrechen, dass der Gastgeber dieses Vergleiches einfach nicht gewinnen kann.

Als Luise Eisenmann (KSG Gerlingen) unter tosendem Beifall ihrer Teamkollegen im letzten Rennen des Tages den Sieg in der 3x 800 m-Staffel – zusammen mit Noa André (Stuttgarter Kickers) und Lea Böhringer (TSV Erbach) – sicherstellte, wusste noch niemand so recht, wer den Gesamtsieg davontragen würde. Vier weitere Siege und eine ausgeglichene Teamleistung brachten die WLV-Mädchen mit 102 Punkten vor Bayern mit 97 und Hessen mit 95 Punkten. Die deutsche Rekordhalterin Laura Müller (Unterländer LG) sicherte sich mit 11,99 Sekunden den 100 m-Sprint. Mit 1,64 m war Tabea Eitel (LG Filder) eine von gleich drei Hochsprungsiegerinnen. Sandrina Sprengel (LG Steinlachh-Zollern) stand nach 5,70 m im Weitsprung und 46,59 Sekunden über 300 m Hürden gleich zwei Mal auf dem obersten Podest. Mit zweiten Plätzen für Laura Müller (5,69) und Lotta Mage (Tübingen/ 47,85) gabs hier auch gleich Doppelsiege.

Doch für die württembergischen Jungs war gegen die bärenstarken Hessen trotz gleich zwölf neuer Bestleistungen kein Kraut gewachsen (107:119), so dass das Klassement wieder gedreht wurde. Neben den stärkeren Lauf- und Sprintleistungen, die sicher zum Teil durch den in Hessen schon länger wieder laufenden Trainingsbetrieb erklärbar sind, war das Gelnhäuser Zwillingsduo Juan-Sebastian und Juan-Esteban Kleta, das gleich vier Disziplinen abräumte sicher der ausschlaggebende Faktor. Juan-Sebastian war mit 11,04 Sekunden über 100 m und 7,14 m im Weitsprung der überragende Athlet des Wettkampfes. Auch die 43,31 der hessischen Sprintstaffel sind nicht gerade alltäglich. Da konnten die Württemberger trotz dreier Doppelsiege nicht ganz mithalten. Leon Groh gewann die 80 m Hürden in 10,94 Sekunden vor seinem Tübinger Vereinskollegen Luca Haug. Über die Langhürden kam Bruno Betz (TV Rot am See) mit 39,35 Sekunden fast an seine Silbermedaillenzeit der DM heran und siegte vor Lokalmatador Marec Metzger (TSV Gomaringen), der seine Bestzeit mit 40,41 mehr oder weniger pulverisierte. Im Speerwerfen lag Niklas Pysiewicz (LAZ Ludwigsburg) mit 53,19 m dieses Mal knapp vor dem Tübinger DM-Dritten Nick Thumm mit 52,62 m. Ein herausragendes Ergebnis gab’s dann noch vom jüngsten im Team: Der 14-jährige Holzgerlinger Maik Nold überquerte im Hochsprung tolle 1,87 m.

Auch wenn am Ende das hessische Team am lautesten jubelte, war es toll anzusehen, wie sich die 160 Jugendlichen, die mit zum Besten in Deutschland gehören, zwei Tage lang feierten. Und das Gomaringer Organisationsteam um Alexander Seeger, Kirsten Gaiser-Dölker und Michael Schwab lieferte dafür die idealen Bedingungen: ein reibungsloser Wettkampf mit guter musikalischer Untermalung, kompetenter Moderation und schnellen Siegerehrungen, tolle Verpflegung mit Nudelparty und Grillabend und ein Rahmenprogramm, das – wie ein bayerischer Vertreter formulierte – „neue Maßstäbe für diesen Vergleichskampf“ setzte. Ex-Handball-Profi und -Trainer Markus Gaugisch referierte kurz über die „effiziente Nutzung der Zeit“, auf die es bei hohen schulischen und sportlichen Anforderungen ankommt. Seine zitierte These von den „10.000 Trainingsstunden“, die es brauche, um vom Talent zum Weltklasseathleten zu werden, brachte doch viele zum Nachdenken. Das WLV-Jugendteam mit Janina Ruf als Moderatorin und den Stargästen Stefan Volzer und Gianni Seeger brachte dann mit unterhaltsamen Spielchen den Abschlussabend ins Rollen, der dann mit einem legendären Karaoke-Battle auf der Bühne der Gomaringer Kulturhalle das stimmungsvolle Finale dieses tollen Wochenende bedeutete.

Danke, Gomaringen, für Erlebnisse, die die Teams so schnell nicht vergessen dürften!

 

Gesamtwertung:

1. Hessen 214 Punkte; 2. Württemberg 209 Punkte; 3. Bayern 168 Punkte.