11.03.2019
BW-Leichtathletik WLV

Große Anteilnahme für den „Weißen Blitz“ Heinz Fütterer

Die Olympia-Bronze-Staffel von 1956 in Melbourne (v. li.): Lothar Knörzer und Manfred Germar halten zum Abschied ein Porträt von Heinz Fütterer in ihrer Mitte.

Rund 700 Trauergäste nahmen am Samstag in Elchesheim-Illingen Abschied von Heinz Fütterer, einem der großen deutschen Sprintstars der 50er Jahre, der am 10. Februar im Alter von 87 Jahren verstorben war. Ex-Weltrekordler Manfred Germar würdigte seinen Staffelkollegen als „hervorragenden Kurvenläufer, Freund und Vorbild“.

Unter den Trauergästen in der Heilig-Geist-Kirche waren neben Ex-Weltrekordler Manfred Germar (ASV Köln), der 1958 zusammen mit Heinz Fütterer (Karlsruher SC), Martin Lauer und Manfred Steinbach einen Weltrekord über 4x100 Meter (39,5 sec) gelaufen war, auch Doppel-Olympiasiegerin Ingrid Mickler-Becker, DLV-Präsident Jürgen Kessing, BLV-Präsident Philipp Krämer, KSC-Präsident Ingo Welleneuther und Staffelkollege Lothar Knörzer (Karlsruhe). Knörzer hatte 1956 in Melbourne (Australien) zusammen mit Fütterer, Germar und Leonhard Pohl olympisches Bronze gewonnen. Pfarrer Gerold Siegel fand im Korinther-Vers "Wisst ihr nicht: Die im Stadion laufen, die laufen alle, aber nur einer empfängt den Siegespreis?" den biblischen Bezug zum Sprinter Heinz Fütterer. Der Badener habe bis ans Lebensende am gesellschaftlichen Leben teilgenommen, nun seinen Lebenslauf beendet und sei jetzt am Ziel angekommen, so Siegel. Fütterer sei immer bodenständig, bescheiden und seinen Wurzeln treu geblieben.

"Hervorragender Kurvenläufer, Freund und Vorbild"

"Heinz war nicht nur ein überragender Kurvenläufer und Athlet, er war auch durch seine Persönlichkeit ein Vorbild", würdigte Germar, dreifacher Europameister aus Köln, seinen Staffelkameraden und Rivalen auf den Sprintstrecken. Germar hob die Reise zu den Olympischen Spielen in Melbourne 1956 hervor, als man nach 54-stündigem Flug nicht nur olympisches Edelmetall gewann, sondern auch die Sprintlegende Jesse Owens beim Training getroffen hatte. "Ich verneige mich vor meinem Konkurrenten und Freund", sagte Manfred Germar einen Tag vor seinem 84. Geburtstag am Ende seiner Trauerrede.

KSC-Präsident Ingo Wellenreuther erinnerte noch einmal an Fütterers Karriereende, als dieser 1958 in der Halbzeitpause des Fußballspiels zwischen dem Karlsruher SC und 1860 München vor 30.000 Zuschauern ein Staffelrennen bestritt und danach von seinen Rivalen Germar, Lauer und Co. auf den Schultern aus dem Stadion getragen wurde.

Weltrekord des legendären Jesse Owens eingestellt

Heinz Fütterer, der 1953 in Paris von der französischen Sportzeitung L'Equipe seinen Beinamen "der Weiße Blitz" erhielt, hatte ein Jahr später in Japan mit 10,2 Sekunden den Weltrekord des legendären Jesse Owens eingestellt. Zwischen 1954 und 1958 war er dreimal Europameister über 100 und 200 Meter. "Wenn man uns in der 4x100 Meter-Staffel nicht zu Unrecht disqualifiziert hätte, wäre ein weiterer Titel dazugekommen", fügte Manfred Germar an.

Am Ende würdigte die große Trauergemeinde noch einmal Fütterers badische Wurzeln, als die Urne des Verstorbenen unter dem Badener Lied aus der Kirche getragen wurde.

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