Brixia-Meeting (U18)

Das Brixia-Meeting ist der europaweit größte Vergleichskampf für U18-Teams, der seit über 30 Jahren alljährlich an Pfingsten im Brixener Stadion, Schauplatz der U18-Weltmeisterschaften 2009, stattfindet. Zunächst als Württemberg-Auswahl, seit 2002 als Baden-Württemberg-Team setzen wir uns dort mit Mannschaften aus fast allen italienischen Regionen, aus Slowenien, Bayern, der Schweiz und Österreich auseinander.

Einmarsch mit Fahnen, eine zunächst strenge Wettkampfregelung mit Callroom und Innenraumsperre für Trainer sowie italienische Konkurrenten und Kampfrichter („ai vostri posti, pronti, via“ ist hinterher ein allen bekanntes Kommando) machen diesen Vergleichskampf in der Höhe Südtirols zu einem Topevent, das für die besten aus Baden-Württemberg oft eine Durchgangsstation zu den ersten internationalen Auftritten im Deutschland-Trikot.

 

2018: Untergang "mit fliegenden Fahnen"

Trotz einer Vielzahl persönlicher Bestleistungen reichte es für die U18-Auswahl der Leichtathletik Baden-Württemberg beim 36. Brixia-Meeting nur zum fünften Gesamtrang.

 

So etwas nennt man wohl „mit fliegenden Fahnen untergehen“. Dass es in diesem Jahr mit sehr vielen jungen Athleten schwer werden würde, der deutlich vorne liegenden Lombardei Paroli zu bieten und den fünften Sieg in Folge aus Brixen mitzunehmen, war von vorneherein klar gewesen. Doch dann kam es schon zu Beginn knüppeldick. Die BW-Auswahl war schon mit einem Handicap ins Rennen gegangen, dass sie ohne männlichen Geher (die 15-jährige Tatjana Ramsteiner sicherte über die ungewohnten 5 km bei den Mädchen immerhin 9 Punkte) gleich einem Rückstand hinterlaufen musste. Über 100 m kam dann eine zweite „Null“ dazu, weil Alexander Czysch (VfB Stuttgart) ein Fehlstart unterlief, während im aK-Lauf Felix Kunstein (MTG Mannheim) mit 10,81 Sekunden eine tolle Bestzeit gelang.

 

Mit tollen Bestleistungen hielten insbesondere Robin Ganter (MTG Mannheim) und Sharon Enwo Abio (LAZ Ludwigsburg) ihr Team im Rennen. Ganter rannte mit 14,16 über 110 m Hürden und 21,88 über 200 m jeweils auf den zweiten Platz. Enow Abio wurde im Weitsprung mit 5,94 m ebenfalls Zweite, mit tollen 13,92 über 100 m Hürden im starken Feld Vierte. Insgesamt 24 persönliche Bestleistungen bei 41 Starts unterstreichen den großen Wert dieser Maßnahme für den baden-württembergischen Nachwuchs, der sich von der tollen Atmosphäre mit 19 Teams im Brixener WM-Stadion zumeist beflügeln ließ. Dass der/ die eine oder andere auch Nervenflattern und „lahme“ Beine angesichts des beeindruckenden Feldes bekam, gehört mit zu den Erfahrungen, die helfen sollen, in ähnlichen Wettbewerben, wie den DJM in Rostock oder gar den U18-Europameisterschaften, zu bestehen.

 

Herzlicher Dank geht da an die Organisatoren des Südtiroler Leichtathletikverbandes und des SSV Brixen, die Jahr für Jahr viel Zeit und Liebe in diese Veranstaltung stecken, um über 600 Athleten diese Erfahrungen zu ermöglichen. Mit beeindruckender Präzision wurden in diesem Jahr 36 Wettbewerbe inklusive Einmarsch und Siegerehrungen in gerade einmal sechs Stunden durchgezogen.

 

Unbeeindruckt zeigte sich vor allem Alisia Freitag (TSG Esslingen), die sich über 800 m bis zur Zielgerade mittreiben ließ, um dann der Konkurrenz deutlich die Hacken zu zeigen und den einzigen Tagessieg für das Team BW einzufahren. Wie wichtig die Erfahrung ist, zeigt, dass von 14 Podestplätzen nur zwei an Athletinnen des jüngeren Jahrgangs gingen, nämlich an Annika Schepers (SG Dettingen) mit 15,05 m im Kugelstoßen und Vanessa Kobialka (TV Iffezheim) mit 40,88 m im Diskuswerfen. Jeweils Dritte wurden auch Lilly Kaden (VfL Winterbach) mit 12,12 über 100 m und Nina Nawroth (VfL Sindelfingen) mit 49,48 m im Speerwerfen. Die weibliche Jugend blieb so der Lombardei auch auf den Fersen und hatte am Ende nur 1,5 Punkte Rückstand.

 

Dagegen mussten die Jungs noch einen Salto nullo im Hochsprung und einen verpatzten letzten Wechsel in der Sprintstaffel verkraften und rutschten bis auf Rang 10 ab. Da halfen dann auch die Silberränge von Neim Nguemning (VfL Waiblingen) mit 14,32 m im Dreisprung und Eric Maihöfer (LG Staufen) mit 48,99 m im Diskuswerfen sowie die Bronzeplätze von Maximilian Deutsch (LG Offenburg) mit 55,01 über 400 m Hürden und Nicklas Sammet (MTG Mannheim) mit 6,87 m im Weitsprung nichts mehr. So reichte es in diesem Jahr insgesamt nur zu Rang fünf, während Nachbar Bayern dieses Mal hinter der Lombardei auf den zweiten Rang kam.

 

2017: Ein halber Punkt sichert den vierten Sieg in Folge

 BRIXEN  – Mit dem hauchdünnen Vorsprung von einem halben Punkt hat sich Baden-Württembergs U18-Team bei der 35. Auflage des traditionellen Brixia-Meetings den vierten Sieg hintereinander geholt. In einem Meeting, das vor allem in den Sprintdisziplinen auf sehr hohem Niveau stand, machten Slowenien und die ebenfalls nur fünf Punkte zurückliegende Lombardei unserem Nachwuchs trotz fünf Einzelsiegen schwer zu schaffen.

 Die Spannung bei der Siegerehrung entlud sich bei den Baden-Württembergern in einem kollektiven Jubelschrei als der knappe Vorsprung verkündet wurde. Zuvor hatte es jeweils zweite Plätze in der Wertung für das Frauen- wie das Männerteam gegeben, die einmal Slowenien und einmal die Lombardei gewonnen hatten. Besonders glücklich war Hochspringer Devon Bender, dem kurz zuvor nach einer langen Regenunterbrechung der Lapsus eines salto nullo unterlaufen war. Und das, nachdem er unter der Woche mit 2,08 m noch die WM-Norm für Kenia übertroffen hatte. Doch das gehört zu einem Mannschaftsvergleichskampf ebenso wie die strahlenden Sieger und Medaillengewinner, die sich auf dem wieder top organisierten Meeting bei der Siegerehrung präsentieren durften.

 Auf WM-Niveau bewegten sich die baden-württembergischen Sieger. Leia Braunagel (SCL heel Baden-Baden) setzte sich mit 49,19 m gegen ihre bayerische Dauerkonkurrentin Selina Dantzler durch. Bianca Stichling (TSG Weinheim) setzte auf ihre bereits erfüllte Norm im Hochsprung mit 1,80 m noch einen drauf. Moritz Isola (TSG Niefern) imponierte nach Platz zwei über 100 m kurz nach dem Regenguss mit neuer Bestzeit von 21,67 Sekunden über 200 m. Und auch im erstmals ausgetragenen Hammerwerfen reichte Michael Burger (SV Dischingen) erst die neue Bestleistung von 67,46 m zum Sieg. Den krönenden Abschluss bildete der Sieg des Staffelquartetts der Damen mit Lilly Kaden (VfL Winterbach), Jana Gröne (MTG Mannheim), Denise Uphoff (TSV Gomaringen) und Kathleen Reinhardt (VfB Stuttgart) in 47,08 Sekunden. Ein weiteres Mal unter der WM-Norm blieb Hürdensprinter Stefan Volzer, der mit 13,83 Sekunden allerdings um eine Hundertstel den Sieg seinem slowenischen Konkurrenten überlassen musste.

 Insbesondere die Sprinter nutzten die tollen Bedingungen am noch trockenen Vormittag zu zahlreichen Bestleistungen. Über die Hälfte aller Teilnehmer konnten trotz des vergleichsweise späten Termins ihre Bestleistung steigern oder zumindest einstellen. Gleich um acht Zehntel vorwärts ging es für Justus Baumgarten (SCL heel Baden-Baden), der sich gegen die starke italienische Konkurrenz auf 48,73 Sekunden über die Stadionrunde verbesserte. Zum Mannschaftssieg zählten aber auch besondere Momente wie die 2.000 m Hindernis der Frauen: Während alle anderen Wettkämpfe abgebrochen wurden, standen die Läuferinnen fast zehn Minuten im Regenguss an der Startlinie, bis es endlich losgehen konnte. Frierend, aber mit enormem Kampfgeist lief Lea Steinbach (ASV Aichwald) einen um den anderen Platz nach vorn, um als tolle Vierte auf der ungewohnten Strecke abzuschließen. Auch hier steckte der „halbe Platz“ drin, der Baden-Württemberg schließlich den Sieg sicherte.