Fähigkeiten und Kenntnisse des Leistungssportpersonals

Definiert man Training nicht nur „als Summe aller in bestimmten Zeitabständen zum Zwecke der Leistungssteigerung durchgeführten Beanspruchungen, die zu funktionellen und morphologischen Veränderungen des Organismus führen (HOLLMANN, 1973, 292)“, sondern betrachtet man auch die pädagogische Bedeutung des langfristigen Prozesses für die Persönlichkeitsentwicklung junger Sportler, so muss das Personal im Leistungssport neben den eigentlichen Tätigkeiten als Trainer, Talentsucher, Talentförderer, Koordinator, Planer und Organisator von Training und Wettkampf eine ganze Reihe weiterer und wichtiger Rollen übernehmen.

Das Hauptaufgabenfeld des Leistungssportpersonals liegt auf Landesebene im Nachwuchsbereich und damit vorrangig im Grundlagen-, Aufbau- und Leistungstraining der Kaderathleten der Leichtathletik Baden-Württemberg. Dies bedeutet, dass eine pädagogische und soziale Verantwortung für diese Kinder und Jugendlichen besteht, die sich entwicklungs- und sozialpsychologisch gesehen in einem entscheidenden Prozess ihrer Persönlichkeitsentwicklung befinden.

Das sportpraktische Handeln des Trainers mit der Zielsetzung einer systematischen Förderung der sportlichen Leistung bedeutet daher zugleich auch immer ein pädagogisches Handeln unter der Zielsetzung einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung des Athleten.

Das Leistungssportpersonal muss den verschiedenen Tätigkeitsfeldern entsprechend seiner Funktion gerecht werden und die einzelnen Aufgabenstellungen für Athleten, Eltern, Vereine, Vereinstrainer, Verband, Spitzenverband, Landessportverband und sich selbst zufriedenstellend lösen.

Für den Trainer bedeutet dies, dass er neben einem fundierten sporttheoretischen, sportpraktischen und sportmethodischen Wissen in der von ihm vertretenen Sportart/Disziplin auch über allgemeine und spezifische Kenntnisse der Trainingswissenschaft, Sportmedizin, Sportbiologie, Sportpädagogik, Sportpsychologie, Bewegungslehre, Biomechanik, Sportsoziologie, Sportpolitik, Öffentlichkeitsarbeit, Sportorganisation und -verwaltung verfügen muss.

Darüber hinaus werden pädagogische Einsicht, Verständnis, Urteilsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, analytisches Denken, Standfestigkeit, Beharrlichkeit, Zurückhaltung persönlicher Interessen und Flexibilität verlangt. Zur Bewältigung aller Tätigkeitsfelder und Aufgabenstellungen werden einerseits Fähigkeiten und Kenntnisse der Führung, Verwaltung und Organisation benötigt. Andererseits muss aber auch über die Fähigkeit zur Improvisation vorhanden sein.

Die fachlichen Anforderungen an einen Leistungssportdirektor entsprechen denjenigen, die an die Trainer gestellt werden.